Die Wächterin von Buachon

Eine schicksalhafte Entscheidung zwischen Liebe, Tod und der Zukunft von Buachon

Als Marcin von der erfolgreichen Marketing-Unternehmerin Olivia von Stein die Chance seines Lebens erhält und sich Hals über Kopf in seine neue Chefin verliebt, wagt er nicht zu hoffen, dass sie seine Gefühle erwidern könnte. Und er ahnt auch nicht im Entferntesten, dass sie in Wahrheit Niem ist, die Wächterin des Wissens, die nur deshalb auf der Erde weilt, weil sie von ihrem Heimatplaneten Buachon verbannt wurde. Für ein Verbrechen, das sie nie begangen hat – dessen Folgen jedoch unermesslich sind. Denn es ist ihr bei Todesstrafe verboten, sich zu verlieben. Als ihre Gefühle für Marcin stärker werden als ihr Widerstand, riskiert sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das von Marcin, und sie bringt ganz Buachon in Gefahr. Ein alles entscheidender Kampf entbrennt …

ISBN-13 979-8869-79257-0‏

Amazon | 304 Seiten 11,99 €

Leseprobe

Niem glitt langgestreckt durch das Wasser, das warm und anschmiegsam über ihre Haut strich. Ihre Poren saugten sich mit Energie voll.
Freiheit!
Je tiefer sie abtauchte, sich dabei um ihre eigene Achse drehte und sich ausstreckte, desto stärker fühlte sie sich. Tiefe Atemzüge intensivierten in ihren zarten Kiemen den fruchtigen Geschmack des kühlen Elixiers; alle Anspannung fiel von ihr ab. Grenzenlosigkeit umfing Niem und ließ sie weiter hinabgleiten, bis sie in der Schwerelosigkeit des Wassers und ihres Geistes innehielt. Stille Zufriedenheit durchflutete ihren Leib, als sie in die Rückenlage glitt und weit oben das helle Violett der Monde auf der Wasseroberfläche tanzen sah.
Karr, womit habe ich deine Anerkennung verdient? Warum liebst du mich so, wie ich bin? Ich schwöre dir bei meiner Kraft und meinem Wissen: Ich werde Buachon dienen, solange es mich braucht.
Das Mondlicht verblasste, je tiefer Niem hinabschwebte und je mehr sie sich in ihr Glück fallen ließ, um darin zu versinken.

Niem auf Buachon

Das Meer erschien herrlich violett und verströmte einen leicht süßlichen Duft. Früher hätte sie sich dieses Aroma nicht wegdenken können. Jetzt füllte sie gierig ihre Lungen damit. So roch ihre Heimat. Niems Herz pochte. Heimat bedeutete heute für sie den Tod. Sie hatte gekämpft, ja, lange und hart. Aber sie hatte die Regeln gebrochen und ihr eigenes Todesurteil besiegelt.

Niem auf Buachon

Niem warf ihren Kopf in den Nacken und schluchzte in den Himmel, der sich von Violett wieder in Blau verfärbte. »Ich bin Niem, die Wächterin! Hol mich zu dir, lass mich dir dienen, lass mich endlich wieder leben!«

Olivia hat Angst

Trotzdem war ihr ein entsetzlicher Fehler unterlaufen. Sie hatte durch ihre Unvorsichtigkeit die wenigen Erdenbewohner in Gefahr gebracht, die ihr etwas bedeuteten.

»Was habe ich nur getan?« Es erschreckte sie, wie ängstlich ihre Stimme klang.

Nur einmal hatte sie es gewagt, ihrer Intuition zu folgen, sich einer Leidenschaft hinzugeben. Nun wurde sie dafür bestraft.

Marcin boxt die Wut raus

Brox lachte; sein Fausthieb traf Marcin an der Schulter und ließ dessen Lachen schlagartig verstummen. »Zieh dich um! Für diese Bemerkung fordere ich dich in den Ring, mein Junge.« Das ließ sich Marcin nicht zweimal sagen; postwendend steuerte er auf die Umkleiden zu.

Marcin im Job

Um sechzehn Uhr erhob sich Marcin. Er bewegte sich langsam zur Bühne und griff zum Mikrofon.

»Guten Tag, ich möchte mich Ihnen gerne vorstellen. Wären Sie so freundlich und kämen einmal zu mir nach vorne? Danke.«

Vorwiegend aus Neugier strömte die Truppe auf ihn zu.

Olivia... Weil ich dich liebe

Seine Knie drohten einzuknicken. Endlich schaffte er es, sich in Bewegung zu setzen, schnappte sein Gepäck und eilte ihr hinterher. Was die Menschen um sie herum dachten, war ihm egal; für ihn zählte nur noch Olivia, die augenscheinlich verzweifelt vor ihm floh.

Auf dem Parkplatz holte er sie endlich ein und packte sie am Arm.

Olivia ... er ist verdammt gut

Gebannt blickte sie auf die Bühne. Es ist unglaublich, was Marcin in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hat; er ist einfach fantastisch, dachte sie.

Die Lichteffekte waren perfekt auf die Models abgestimmt, der Saal tobte und Marcin strahlte. Olivia konnte ihre Aufmerksamkeit nicht von ihm lösen.

Olivia verzweifelt: Warum ich?

»Ich wollte Sie nicht erschrecken, aber es sah so aus, als würden Sie … Bitte tun Sie das nicht!«

Es dauerte einen Moment, bis Olivia verstand, was er meinte. Sie entspannte sich augenblicklich. Traurig schüttelte sie den Kopf. »Entschuldigen Sie bitte, Sie haben mich missverstanden. Mein Tod wäre keine Lösung.«

Mit gesenktem Haupt ging sie an ihm vorbei, zurück in Richtung des wunderschönen Sandsteintors der Brücke.