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02/2015 - Das Autoren-Interview von Monika Schulte

Informationen zur Autorin

Name:                  Lee Bauers

Wohnort:              Lippstadt

Familienstand:     geschieden

 

Rund ums Schreiben:

Wann hast du angefangen mit dem Schreiben?

Im März 2010

Was fasziniert dich am Schreiben?

Ich kann abtauchen, Emotionen rauslassen und die Welt ein wenig besser machen. Die Welt in meinen Büchern wird für mich real und es fasziniert mich, sie beeinflussen zu können. Ich stehe dort, werde zu jemand anderem, muss für die Figur reagieren. Wenn ich schreibe, kann ich weinen und lachen, ich spüre sogar die Angst, die meine Figuren haben und ganz besonders die Wut und den Drang nach Gerechtigkeit und Vergeltung nachempfinden.

Wie entstehen deine Geschichten?

Darken entstand aus einem besonderen Moment heraus. Ich wunderte mich über instinktive Reaktionen, dachte darüber nach und schrieb los, ohne Ziel und Gedanken. Daher wird Darken für mich auch immer etwas Besonderes bleiben. Die Reihe entstand, als ich nicht daran dachte, einmal Schriftstellerin zu werden. Das Buch ist auch nicht wie im herkömmlichen Sinn geplottet oder geplant worden. Ich schrieb die Geschichte weiter, so wie auch das Leben weiterläuft, in das man hineingeboren wird. Erst nach 3.500 Seiten hatte ich das Gefühl, alles gesagt zu haben, was mir auf der Seele lag.

Mit so bedingungsloser Hingabe zu schreiben, brachte eine gewisse Leichtigkeit in mein damaliges Leben, aber dafür bis heute auch einen riesigen Berg Arbeit. Denn damals kannte ich keine Regeln, kein Handwerk, war oft so schnell in meinen Gedanken, dass ich nur so durch die Geschichte flog. Jetzt benötige ich ein Jahr, um zwei Darken Bücher handwerklich zu überarbeiten, um festzustellen, wow, was für Emotionen (oder sollte ich sagen Dämonen?) haben mich damals beherrscht?. Mit jedem weiteren Darken verfeinere ich meine Technik, den Lesern wird meine Weiterentwicklung vielleicht nicht entgehen. Zum heutigen Zeitpunkt kann ich aber mit ruhigem Gewissen behaupten, dass Darken neben meiner Tochter das Beste ist, was bisher in mein Leben getreten ist.

Dein nächstes Projekt?

Ich habe zwischendurch noch einen Roman geschrieben, aber diesen wieder in die Schublade gelegt. Ebenfalls Fantasy, mit einer nach außen starken, aber innerlich unsicheren Protagonistin, die der Sirona aus Darken sehr unähnlich ist. Das Buch spielt in Hamburg, es geht um zwei Parallelwelten auf unterschiedlichen Zeitschienen, um Liebe und Gerechtigkeit. Diesem Buch werde ich mich wieder widmen, wenn von Darken das letzte Band erschienen ist, gegen Ende 2016/ Anfang 2017. Immerhin habe ich ja noch fünf Darken Bände auf dem Schreitisch. Was Ideen betrifft, habe ich das Gefühl, dass mir diese nie ausgehen werden. Im Gegenteil, oft wünsche ich mir, dass ich nicht noch einem normalen Brotjob nachgehen müsste, um mein Familie zu ernähren, dann könnte ich die Türen zu meiner Fantasie wieder ungehemmt öffnen. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint mir das aber einfach zu riskant, weil ich mich im Schreiben verlieren kann.

 

 

Welchen Berufswunsch hattest du als Kind?

Da hab ich oft schon drüber nachgedacht. Eigentlich weiß ich es nicht, hatte ich einen Berufswunsch? Ich glaube nicht, es wurde im elterlichen Betrieb gearbeitet basta. Geträumt wurde nicht und gewünscht auch nicht.

Es gibt aber zwei Erlebnisse die für mich im Zusammenhang mit dieser Frage heute noch sehr präsent sind. Die eine, ich muss so um die zehn gewesen sein, plus/minus ein Jahre. Ich hatte immer den Drang nach Freiheit und habe mich oft ungerecht behandelt gefühlt und bin dadurch nicht selten mit meiner Stute Cheyenne in die Wälder geritten, im vollen Galopp über Felder und Waldwege geprescht. Dabei plante ich, was ich alles einpacken muss, wenn ich beim nächsten Mal einfach wegreiten würde, um nicht wiederzukommen. Zählte in Gedanken die notwendigsten Dinge durch, Unterwäsche, Messer, Pferdedecke und einen warme Jacke. Zu viel durfte es nicht sein, denn ich hätte maximal einen Rucksack mitnehmen können. Damals hatte ich den Drang allein zu sein und in den Wäldern zu leben.

Die zweite Situation, an die ich zurückdenke, war eine Fragestunde in meiner Schulklasse so neunte Jahrgangsstufe, ich muss also circa 15/16 Jahre alt gewesen sein. Die Lehrerein fragte uns was wir einmal werden wollen. Ich antwortete, dass ich gerne Spionin oder Agentin werden will, was die Klasse in grölendes Gelächter stürzte. Ich habe damals die Wahrheit gesagt, was konnte ich denn dafür, dass die anderen so einfältig oder konservativ waren. Ganz ehrlich, ich glaube ich wäre eine spitzen Agentin geworden ;-).

 

Wie sieht dein Alltag aus?

Mein Alltag wird durch meine Arbeit als Projektleiterin bestimmt. Er gibt mir vor, in welcher Stadt, in welchem Bett ich morgens erwache. Eine Arbeit die mich ständig fordert, mich mit immer neuen Menschen zusammenbringt und mir abverlangt Probleme zu lösen. Er ist aber auch die Grundlage wunderbare Möglichkeiten auszuschöpfen, mich mit anderen Autoren, Freunden und Bekannten deutschlandweit zu treffen, wo andere die Zeit nicht zu haben. Er gibt mir den Spielraum Gedanken ziehen zu lassen, mich an immer neuen Orten meiner Schreiberei zu widmen, die ständig neue Inspirationen zu bieten haben.

 


Welche Jahreszeit ist die Deine?

Ich liebe den Frühling, er duftet so lecker und die Farben sind so kräftig, dass ich stundenlang meine Magnolien, oder meinen Rhododendron im Garten anstarren kann.

Ich liebe den Sommer, endlich kann ich wieder im Garten schlafen und nachts im Dunkeln auf der Wiese liegen und in den Sternenhimmel starren ohne zu frieren. Gegessen wird nur noch draußen.

Ich liebe den Herbst, weil ich ein Sturmkind bin. Kein Sturm kann so stark sein, dass er mich nicht hinauszieht, egal ob ich mich ihm am Meer entgegenstemme oder auf einer Dachterrasse eingemummelt, seinen Geräuschen lausche, die er im umliegenden Wald verursacht. Er kann höllisch drohen und hat dennoch keine Macht über mich, weil ich viel zu klein bin und dadurch viel stärker als er.

Ich liebe den Winter, endlich kann ich wieder nächtelang vor meinem Kamin sitzen und arbeiten, habe warme Füße und kann, wenn ich eine Pause brauche stundenlang in das Flackern der Flammen sehen und meine Gedanken fliegen lassen. Kann einfach vor ihm umkippen und schlafen, um danach weiter zu machen. Wenn der Schnee fällt wird es nicht nur in mir, sondern auch draußen ganz leise, sieht die Welt so aus, wie ich mich fühle, sauber und still.

 

 

Hast du ein Lieblingsreiseziel?

Im Moment möchte ich in die Rocky Mountains, Flucht, Wald und Alleinsein. Ich glaube das hatten wir im oberen Teil des Interviews schon, grins. Das kann sich aber auch schnell ändern, kommt darauf an, was ich mit dem Urlaub bezwecke. Im Moment will ich nur Ruhe und Zeit haben, was mir mein Projektleiterjob nicht in dem Maße erlaubt, wie ich es gern hätte. Allerdings auf das Einkommen möchte ich auch nicht verzichten.

 

 

Was bedeutet Dir Zeit?

Sie ist Wichtig, und kommt gleich nach der Liebe. Ich habe immer zu wenig, aber für sie verzichte ich auf sehr viel. Sie ist kostbar und muss mit hoher Effizienz genutzt werden. Vergeudung dieser für mich wichtigen Ressource macht mich aggressiv. Sie fordert mich, Oberflächlichkeit von Wichtigkeit zu trennen und Prioritäten zu setzen, die andere oft nicht verstehen.

 

Wie definierst du Glück?

 

Glück ist temporär, Zufriedenheit ist wichtiger. Obwohl es wohl beides ohne das andere nicht gibt. Glück überkommt mich, wenn ich nicht damit rechne, es kann viele Formen haben. Lob, Liebe, Erleichterung, Erfolg.

Bin ich glücklich? Ja ab und zu. Bin ich zufrieden? Überwiegend. Glücklich ist, wenn man für einen Moment fliegen darf, und die Welt umarmen will.

 

Wenn du plötzlich 5 Millionen Euro zur Verfügung hättest, was würdest du damit tun?

 

Ich würde mir ein Refugium schaffen, eine alte Fabrikhalle als riesigen Loft umbauen, mitten im Wald mit einer Wassergrenze, einem See oder ähnlichem. Die Fabrik, oder die Mühle, oder was auch immer, würde ich nach meinen Vorstellungen renovieren, mit einem zentralen riesigen Kamin, um den sich die Küche, der Schreibtisch, die Badewanne und das Sofa drum herum formieren. Ich würde versuchen den neuen Wohnsitz autark zu gestalten und nur noch schreiben, träumen und die Natur genießen, nackt in meinem eigenen See schwimmen. Ach und ich würde mir einen gutgebauten Gärtner einstellen, der sich um meinen Wald, meinen Garten, meine Hunde und meine Sicherheit kümmert (man kann sich ja auch im Wald mal verletzen oder krank werden). Außerdem, wenn ich dann ab und zu aus meinem Paradies ausreise, um Familie und Freunde zu besuchen oder auf Recherchereise gehe, muss das Haus ja auch bewacht werden.

 

Hast du Wünsche für die Zukunft? Welche?

Ich will neben den üblichen Wünschen, Gesundheit, Frieden und einem ausreichendem Einkommen, in der Zukunft eigentlich nur schreiben. Ich möchte weiterhin Kontakte zu den Menschen pflegen können die mir wichtig sind.

 

Beschreibe dich in einem Satz selbst!

Ich höre oft, dass ich unbeschreiblich bin, aber ich werde es dennoch versuchen.

Lee Bauers ist eine energiegeladene, temperamentvolle Persönlichkeit, die Herzlichkeit und Konsequenz lebt und ihre Authentizität mit Leib und Leben verteidigt, wofür sie kein Blatt vor den Mund nimmt.

 

03/2012 - Alisha Bionda führte ein umfangreiches Interviews mit Lee Bauers

A.B.: Liebe Lee, zuerst möchte ich Dir einige persönliche Fragen stellen, damit Dich die Leser besser kennen lernen: Was gibt es über Dich als Mensch zu sagen?

L.B.: Ich lache gerne und es fällt mir schwer etwas negativ zu sehen. Ich bin gern mit anderen Menschen zusammen und analysiere gern Situationen oder Menschen hintergründig. Durch meine lebensfrohe und offene Art begegne ich immer wieder Situationen und Menschen, die meine Phantasie erwecken und mir dadurch die Möglichkeit geben, Dinge entstehen zu lassen. Ich träume mich in jeder freien Minute weg und schöpfe daraus Kraft, da ich ständig in Bewegung bin. Ich halte mich für sehr authentisch.

 

 

A.B.: Was zeichnet Dich in Deinen Augen aus?

L.B.: Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und dass ich nie aufgebe und immer wieder aufstehen kann, wenn es mal nicht so gut läuft. Ich gehe immer vorurteilslos an die Menschen heran und bin sehr direkt, wenn ich etwas nicht verstehe oder mir nicht gefällt.

 

A.B.: Was magst Du, und was eher nicht?

L.B.: Ich mag Lachen und liebe das Leben mit allen Facetten, Spaß an neuen Herausforderungen und auch mal die Stille. Ich mag keine Pessimisten, Schlechtredner und Menschen die andere für sich und ihr Leben verantwortlich machen.

 

A.B.: Welche Hobbies hast Du?

L.B.: Alle meine Jobs lebe ich mit Leidenschaft und daher auch sehr ausschweifend. Meine Tochter fordert mich ständig und wenn dann noch Zeit ist, träume ich mich am liebsten weg. Bin ich einmal leer im Kopf, was äußerst selten vorkommt, lese ich gern ein Buch.

 

A.B.: Wolltest Du immer schon Schriftstellerin werden oder war es eher eine Folge Deiner persönlichen Entwicklung?

L.B.: Ich hatte es nie vor, wusste nicht, dass ich es kann. Eigentlich waren es Notizen, um mich abzureagieren, Freunde wurden aufmerksam und dann waren es plötzlich zehn Bücher.

 

A.B.: Wann hast Du zu schreiben begonnen? Und womit?

L.B.: Ich habe die DARKEN Reihen von März 2010 bis Dezember 2010 geschrieben. Ich habe einfach angefangen und das Buch entwickelte sich beim Schreiben. Dann waren es so viele Seite, dass wir mehrere Bücher daraus machen mussten. Jetzt ist alles anders. Es sammeln sich viele Geschichten in meinem Kopf und ich speichere diese einfach ab und ich denke, dass ich 2016 wieder eine längere berufliche Pause einlegen und noch ein paar Bücher schreiben werde. Neben meiner beruflichen Tätigkeit schreibe ich nicht, da reicht es max. für ein paar interessante Blog Einträge

 

A.B.: Hast Du eine fest strukturierte Methode, wie Du ein Projekt „umsetzt“?

L.B.: Nein. Ich schlafe, träume, schreibe und höre dann wieder auf. Irgendwann, wenn der Speicher voll ist, nehme ich mir die Zeit und schreibe weiter.

 

A.B.: Schreibst Du gerne zu einer bestimmten Zeit? Lieber tagsüber, lieber abends/nachts? Wie sieht Dein Tagesablauf aus?

L.B.: Wenn ich schreibe, dann gibt es keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht, oft komme ich nicht dazu mich anzuziehen. Wenn die Dämme brechen, gibt es kein Halten mehr, das musste ich lernen. Darum schreibe ich auch nicht, wenn ich arbeiten muss.

 

A.B.: Bevorzugst Du eine bestimmte Atmosphäre oder benötigst Du besondere Ruhe wenn Du schreibst?

L.B.: Ruhe, Stille, Einsamkeit. Wo? Das ist egal, Hauptsache ich habe einen schnellen Rechner, eine gute Tastatur, zwei Bildschirme und ein Bett in der Nähe.

 

A.B.: Schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig oder trennst Du das strikt?

L.B.: Bei DARKEN hatte ich eine Hauptgeschichte im Kopf die natürlich auf verschiedenen Schauplätzen mit verschiedenen Protagonisten spielt, die etwas Historisches/Geschichtliches, Erotisches, Spannendes und Mystisches hat. Zwei Romane gleichzeitig, kann ich mir nicht vorstellen.

 

A.B.: Welchen Genres ordnest Du Dich zu? Und welches reizt Dich am meisten?

L.B.: Für mich muss alles drin sein, wenn es eine Reihenfolge gibt: Mystik, Erotik, Spannung, also bleibe ich immer in der Schublade Romantik-Phantasie

 

A.B.: Deine zehnteilige Fantasy-Serie DARKEN erscheint beim Oldigor-Verlag. Schilder uns doch bitte, was den Leser darin erwartet.

L.B.: Die Buchreihe hat von allem etwas: Geschichtliches, Mythisches, Sozialkritisches, Normalität und den Gedanken an die Unsterblichkeit der Seele. Sirona ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau und alleinerziehende Mutter aus Lippstadt. Ein Besuch in der Semper Oper, zu dem sie eingeladen wird, verändert ihr Leben. Trifft sie hier wirklich zum ersten Mal auf Darken? Diesen sonderbaren Mann, der Angst und Aggressionen in ihr auslöst und eine ganz bestimmte Erinnerung … Und dann begibt sich Sirona auf eine Reise, auf der sie mit völlig neuen Erkenntnissen konfrontiert wird. Dabei wird sie von Paul Bennet begleitet, der nicht der ist, für den sie ihn hält. In diesem ganzen Szenario scheint DARKEN allgegenwärtig. Aber warum? Auf dem Sommerfest auf Castello Del Guardiano Della Spada muss Sirona eine Entscheidung treffen

Im Grunde habe ich Charaktere kreiert, die einem jeden Tag auf der Straße begegnen können, oder vielleicht schon begegnet sind. Ich habe die Realität aufgegriffen und weiterverfolgt, wie sie enden kann. Dann noch ein bisschen Wunschdenken, die Welt zu verbessern, und eine Prise von meinem Verständnis über Sein und Glauben, fertig.

A.B.: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Oldigor Verlag?

L.B.: Frau Wölk hat mich angesprochen, da müssen Sie sie fragen

 

A.B.: Hast Du ein Vorbild – literarisch und/oder allgemein?

L.B.:Nein, ich gucke mir immer von jedem etwas ab, wenn ich es gut finde, was derjenige sagt, tut oder denkt. Ich glaube das nennt man Weiterentwicklung ;-). Für mich gibt es auch nicht den perfekten Menschen, an dem es sich lohnt sich zu orientieren, es sind immer ganz viele.

 

A.B.: Schreibst Du lieber alleine oder würdest Du auch mit einem Co-Autor arbeiten? Wenn ja, wer würde Dich da reizen?

L.B.: Nur allein! Schreiben hat etwas sehr Intimes für mich

 

A.B.: Liest Du regelmässig? Wenn ja, was bevorzugt?

L.B.: Ich lese selten, höre mehr Hörbücher im Auto. Eigentlich alles, solange es nicht in die Richtung Fachbuch und Biografie geht. Überwiegend Phantasie. Mir ist es wichtig, dass ich mich nicht zu sehr konzentrieren muss, sonst schlafe ich beim Lesen ein. Es muss mich einfach ganz entspannend unterhalten.

 

A.B.: Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern?

L.B.: Sehr sehr wichtig.

 

A.B.: Wie gestaltet sich dieser?

L.B.: Ich fahre für Lesungen quer durch die Bundesrepublik und halte auch sehr gerne Wohnzimmerlesungen. Am schönsten ist die Zeit, wenn meine Leser dann versuchen mich auszufragen, da kann ich sehr geduldig und redselig sein. Ich inszeniere gerade mit einem kleinen Ensemble eine szenische Lesung, ich hoffe wir werden viel touren können. Ich schreibe regelmäßig Blogeinträge, um den Lesern zu zeigen wie ungeschickt, menschlich und typisch blond ich mich oft verhalte.

 

A.B.: Hältst Du auch Lesungen ab? Oder kann man Dich auf Cons antreffen? Wenn ja, auf welchen?

L.B.: Keine Cons, sonst überall wo ich willkommen bin oder eingeladen werde. Mit Cons hatte ich noch keine Berührungen

 

A.B.: Gibt es Menschen, die Dich bei Deinem schriftstellerischen Werdegang unterstützt haben? Freunde, Familie, Kollegen? In Deinen Anfängen und jetzt?

L.B.: Meine Familie mit ihrem Vertrauen und ihrer Geduld, zwei, drei Freundinnen, die auf meine Bodenhaftung geachtet haben und meine absolut geniale Lektorin, welche ich zwar erst traf als ich fertig mit Schreiben war, aber die mir mit ihrer Wertschätzung den letzten Schwung gab, um richtig durchzustarten,.

 

A.B.: Welchen Rat würdest Du Newcomer-Autoren für die Verlagssuche geben?

L.B.: Bevor man Geld in die Hand nimmt, lieber selbst verlegen und dann damit einen Verlag oder eine gute Lektorin suchen. Niemals einen Verlag bezahlen, egal wie einleuchtend die Wirtschaftlichkeitsberechnung ist

 

A.B.: Worin siehst Du die Vor- und Nachteile in der Klein- und Großverlagsszene?

L.B.: Kommt darauf an was man will. Druck und viel Geld, dann kann man zu den Großen gehen. DARKEN bedeutet für mich auch Herzblut und Lebensqualität. Ich bin geschäftlich nicht unerfahren und habe auch keine Angst davor Lehrgeld zu zahlen. Ich würde meinen Titel oder Inhalte meines Buches nicht verändern lassen. Für mich ist Mitspracherecht sehr wichtig. Für Macht und Geld gebe ich weder DARKEN noch meine Authentizität auf und Millionäre fallen nicht vom Himmel.

 

A.B.: Woran arbeitest Du derzeit? Auf was dürfen sich die Leser künftig freuen?

L.B.: Erst einmal müssen alle 10 Bücher veröffentlicht werden, also habe ich noch etwas Zeit. Wenn ich dann wieder anfange, werden meine Intuition, meine Träume und mein Umfeld bestimmen, was es als nächstes gibt, das kann ich heute noch nicht wissen.

 

A.B.: Zum Abschluss noch die Frage: Wirst Du von einer Agentur vertreten?

L.B.:Nein.

 

A.B.: Vielen Dank für das geduldige Beantworten meiner Fragen

L.B.: Habe ich gern getan